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Montag, 31. Dezember 2012

Höhepunkt
Von didus, 23:59

Der heutige Tag fällt in die letzte Unterrichtswoche. Den Jahreswechsel begehen wir daher reichlich unspektakulär, indem wir den weihnachtlichen Film Merry Christmas anschauen und um Mitternacht mal kurz ein Gläschen heben. Das ist mir dann aber doch nicht genug. Ich brauche noch einen echten Höhepunkt und entscheide gegen drei Uhr morgens, dass ich noch auf den Berg muss, der das neue Wohngebiet begrenzt. Da dort überall Baustelle mit Baggern und Kränen ist, traue ich mich aber nur nachts da rauf. Richard erklärt mich für irre und geht ins Bett. Ich probiere auf dem Berg (15 Minuten Aufstieg auf halb fertiger, aber ganz vereister Treppe) das sensationelle Doppelecho aus. Und wenn man ganz genau hinschaut, ist am fernen Horizont auch noch ein schwaches Feuerwerksglimmen auszumachen. Dann geht es auf dem E-Rad zurück. Richard ist noch wach und ruft gleich aus dem Zimmer. Auf dem Berg wäre es ihm wärmer geworden als mit dem Kochtopf unterm Bett.

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Sonntag, 30. Dezember 2012

Besuch aus dem Norden
Von didus, 23:59

Ich hatte ihn gewarnt, den werten Kollegen Richard, der seit gestern Abend bei mir zu Besuch ist. Zwar ist es in seiner Wahlheimat Yanji noch kälter, aber es gibt eine Heizung. Bei mir nicht. Richard schläft in allen zur Verfügung stehenden Kleidungsstücken und einer viel zu dünnen Decke, die er anstelle des von mir empfohlenen Schlafsacks (Modell Scotts letzte Fahrt) im Gepäck hat. Immerhin befolgt er nun meine Ratschläge und wärmt sich morgens die Füße an den Flammen meines Gasherds, da ist die Morgengymnastik gleich inklusive! Nachts steht ein Topf - nein, kein Nachttopf, ein Kochtopf mit dampfendem Wasser - unter seinem Bett im sieben Grad warmen Gästezimmer. Natürlich mühe ich mich redlich, Richard auf Betriebstemperatur zu bekommen: im warmen NICF-Gottesdienst, wo er als seltener Vertreter der Gattung Österreicher “warmly welcome“ geheißen wird, oder danach im musealen Regierungssitz von Republikgründer Sun Yat-sen. Nur das Essen wird dabei ganz vergessen. Schließlich stürmt Richard, von einer Energiekrise gebeutelt, eine Bäckerei.

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Sonntag, 23. Dezember 2012

Ja, iis' denn heut' scho' ...?
Von didus, 23:59

Wenn ich morgens aufstehe, ist es in meinem Schlafzimmer sieben Grad warm, sieben Grad plus, versteht sich (immer das Positive sehen). Da fällt das Aufstehen schwer. Ich komme daher so spät in Nanjing-Zentrum an, dass der Gottesdienst der internationalen Gemeinde schon fast vorbei ist. Wesentlich gravierender: Das Hotel, in dem ich den Gottesdienst suche, ist falsch. Ich gehe also zu St. Paul's. Dort findet in der frisch renovierten Hauptkirche schon heute ein richtiger Weihnachtsgottesdienst mit Chor, Theater usw. statt. Entsprechend voll ist es.
Im Anschluss begrüße ich den Engländer Michael (wer ist das?), den ich neulich etwas vergrätzt habe, weil ich zu spät zu einer Verabredung zum Mittagessen kam (erst war ich spät dran und dann kam auch noch Stau dazu). Das lag vielleicht unbewusst auch an der Tatsache, dass ich beim vorletzten dieser Art Treffen ein Stück Zahn verlor, was mir eine schmerzhafte Operation eintrug (sin-o-meter berichtete). Kaum habe ich also Michael und seine aktuelle (vierte) Frau (im Bild rechts von mir) begrüßt, entdecke ich auf einer der hinteren Bänke seine ehemalige (dritte, im Bild links von mir), die mir fröhlich zuwinkt. Michael begrüßt sie auch gleich freudig mit Wangenkuss ("I still love her, she is wonderful!", so Michael in einer internen Besprechung), während Frau Nummer vier angestrengt lächelt. Schließlich bringt Michael sogar das Kunststück fertig, beide Frauen auf einem Foto zusammenzubringen (ja, iis' denn heut' scho' Weihnachten?). Selbst erfolgreichen Hollywoodstars gelingt dergleichen nicht alle Tage... Tja, und damit das Ganze dann besonders nach Völkerverständigung aussieht, kommen auch noch Evelyn aus Simbabwe (hier nicht im Bild, man kann nicht alles haben!) und ich dazu.
Ich schlage ein paar Stunden auf der Bank, genauer gesagt, auf meinen beiden Banken, tot, kläre Fragen. Abends bin ich dann von der Provinzregierung zum großen Weihnachts- und Neujahrsbankett eingeladen. Auch das ist jedes Jahr dasselbe (sin-o-meter berichtete): Essen bis zum Abwinken. Um mal was anders zu machen und ein paar der Kalorien, die ich heute aufnehme, gleich abzuarbeiten, nehme ich vorn auf der Bühne an dem alljährlichen Spiel "Reise nach Jerusalem" teil, was ich großspurig auch vorher angekündigt habe. Meine Konkurrenten sind sechs Kinder und der Weihnachtsmann. So kann man natürlich nicht gewinnen! Ich scheide wie üblich in der ersten oder zweiten (diesmal in der zweiten) Runde aus und gewinne einen Affen, der leider nicht sprechen kann.
Dafür kann Maria, die sympathische Spanierin aus der Nähe von Saragossa, sprechen, auch wenn sie es wenig zeigt. Ich muss mich jetzt (nach dem Essen im Bus, der die geladenen ausländischen Experten zurück zur Uni bringt, oder danach beim Aussteigen oder noch später) mal bisschen bei ihr ins Gespräch bringen, natürlich mit Hintergedanken: Jedesmal wenn ich etwas auf Spanisch sagen will, kommen chinesische Brocken mit dabei heraus. Ich brauche also etwas Training. Aber sonst geht's gut.
Nachdem ich mich also bei Maria ins Gespräch gebracht habe, trete ich die Heimreise per U-Bahn (Maria ist schon zu Hause) gemeinsam mit dem Friesen Steve, der infolge einer komplexen Familiengeschichte, die ich hier nicht ausbreiten kann, zugleich Holländer, Deutscher und Kanadier ist oder sich so fühlen kann, und seiner kirgisischen Frau sowie dem gemeinsamen friesisch-holländisch-deutsch-kanadisch-chinesischen Sohn an, denn die dreiköpfige Familie ist ebenso wie ich unlängst nach Xianlin gezogen.

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Freitag, 21. Dezember 2012

Und jährlich grüßt...
Von didus, 23:59

Nachdem die diesjährige Weihnachtsfeier für Deutsch-Studenten vorbei ist, die jedes Jahr irgendwie gleich abläuft (siehe Eintrag mit Fotos vom Vorjahr), nur dass es für sie eine neue Räumlichkeit in Xianlin gibt, der viele der sonstigen Gäste fernbleiben, kann es nun auch für mich endlich Weihnachten werden. Und es fängt auch gleich gut an: Alle übrig gebliebenen Mandarinen, Chips, Kirschtomaten und Fruchkaubonbons gehen an mich, der ich ein dankbarer Abnehmer bin.
Mein Hauptanliegen war es, diesmal im Rahmen des von mir vor vier Jahren eingeführten Programmpunkts "Die Erklärung von der Weihnachten" (so das dazugehörige, von Studenten verantwortete Schaubild, das ich aber noch rechtzeitig korrigiere) die ersten fünf Minuten eines in christlichen Kreisen sehr populären Films über das Leben Jesu zu zeigen und so auf den wahren Sinn von Weihnachten hinzuweisen. Und siehe da: Ohne dass ich das geplant oder auch nur gewusst hätte, befinden wir uns in einem Saal mit Kinosesseln und wunderbarer Leinwand - wie gemacht für großes Kino! Die Vorführung verläuft fast pannenfrei. Der Film muss nur zweimal gestartet werden, schadet auch nichts!
Es ist zehn Uhr abends. Ich sitze allein im Büro. Es gibt Fruchtkaubonbons und Chips. Abendessen fällt aus.

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