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Samstag, 04. Februar 2012

Guangzhou-Zhuhai
Von didus, 23:59

Heute Vormittag steht noch die Sun-Yat-sen-Universität auf dem Programm, deren malerischen Campus man von Süd nach Nord durchwandern kann, um anschließend direkt am Südufer des Perlflusses herauszukommen. Besonders das Hauptgebäude der altehrwürdigen Uni hat es mir angetan: Eine endlose Rasenfläche erstreckt sich nördlich von ihm und reicht fast bis zum Nordtor. Hier und bei einigen anderen Gebäuden rechnet man unbewusst damit, jeden Moment westlich gekleidete Herren mit Gehstock und Zylinder durch den Haupteingang treten zu sehen, wie es sie im Gründungsjahr 1924 noch häufiger in Kanton gab. Am Ufer des Perlflusses hat man bei Blickrichtung West einen guten Blick auf Kantons höchsten Turm, der zeigt, dass das Wirtschaftswunder auch hier im Süden Chinas ein weithin sichtbares Ausrufezeichen gesetzt hat. Da es erst um 12 wieder ein Schiff ans andere Ufer des Perlflusses gibt, gehe ich zu Fuß zurück, rupfe noch ein, zwei Mandarinen von einem der zahllosen Büsche und steige wieder in die U-Bahn.
Vorm Busbahnhof - die Fahrkarte, Abfahrt nach Zhuhai um 13.20 Uhr, habe ich gestern schon gekauft - kommt es zu einem peinlichen Zwischenfall: Da ich nur noch Zeit für ein Reisgericht auf der Straße habe, kaufe ich also an einem der Straßenstände eine Mahlzeit aus Blumenkohl, Ei und Reis. Irgendwie muss ich wohl hungrig gewesen sein (Frühstück wie immer ausgefallen), denn noch vor dem Erwerb der Mahlzeit, während ich die Bestellung zu artikulieren versuche, tropft mir etwas Speichel aus dem Mund und landet auf dem Blumenkohl... Ich bezahle eiligst und bin weg.
Im Bus nach Zhuhai, dem Ort, an den Macao grenzt, beende ich meine Reis-Blumenkohl-Mahlzeit mit integriertem Spiegelei und stoppe damit den unkontrollierten Speichelfluss. Die Strecke führt direkt am Meer entlang. Wir befinden uns hier auf einer schmalen Halbinsel. Der Bus hält in Sichtweite des Grenzübergangs, der aussieht wie eine riesige Markthalle und auf den sich laufend Menschenscharen zubewegen wie Ameisen auf ihren Hügel. Das Treiben schaue ich mir heute erst mal nur aus sicherer Distanz an. Morgen werde ich selbst eine der Ameisen sien. Ich kaufe in einem Laden in der Nähe DVDs, darunter den viel gelobten "Drive" und die Neuverfilmung des Spionageromans "Dame, König, As, Spion". Nach Einbruch der Nacht wandere ich die Uferpromenade entlang. Das Meer schlägt mit lautem Wellenschlag gegen die Mauer wie ein ungestümer Hund, der von der Leine gelassen werden will. Ich treffe einen Tandemverleih (Chinesen machen ja nie was allein, nicht mal radfahren) und verspreche dem jungen Schnösel, der mir ein Rad andrehen will, morgen wiederzukommen.

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