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Mittwoch, 08. Februar 2012

Xiamen-Schanghai-Nanjing
Von didus, 23:59

Die Pizza, die ich im Pizza-Hut esse, kommt so spät, dass ich mir dir restlichen zwei Stücke einpacken lassen muss, damit ich auf dem Bahnhof nicht wieder hetzen muss. Im D-Zug Nr. 3204, Abfahrt 11.43 Uhr, Fahrpreis 339 Yuan, beginnt dann das bange Warten: Wann werde ich jemandem mit Sitzplatzkarte weichen müssen? Meine Sitznachbarin, die ebenfalls nur eine Stehplatzkarte erworben hat, weicht schon nach einer guten Stunde auf einen anderen Platz aus. Bei jedem Halt beginnt das bange Starren auf die neu eintrudelnden Passagiere neu: Ein junges Mädchen, das eine Zeitlang ratlos in der Gegend herumblickte, hat schlussendlich die Zugbegleiterin alarmiert, die nun mich und meinen Sitznachbarn um einen Fahrkartennachweis bittet. Bei ihm ist alles in Ordnung. Ich komme mir schon fast vor wie ein ertappter Schwarzfahrer und erkläre sogleich, dass mir schon klar sei, dass ich nur einen Stehplatz habe, man könne mir doch dann sagen, dass ich aufstehen soll. Ergebnis: Man lässt mich dort sitzen. Ein Herz für Ausländer, die im Gegensatz zu vielen Zusteigenden deutlich mehr Zeit als eine halbe Stunde in diesem Waggon zubringen müssen! Erst im letzten Drittel der Acht-Stunden-Tour muss ich eine Stunde im Gang verbringen. Nachdem wir Ningbo hinter uns gelassen habe, ist es jedoch so leer im Waggon, dass ich fast freie Platzwahl habe.
Aber werde ich an der Endstation Schanghai-Hongqiao noch einen Zug nach Nanjing bekommen? Ich erinnere mich trübe, dass ich früher mal einen Bummelzug nehmen musste, der fünf Stunden benötigte, weil ich nicht vor acht am Bahnhof war. Und der fuhr nicht vom Hongqiao-Bahnhof. Den gab es damals nämlich noch gar nicht. Doch Hongzhen, die ich in der Angelegenheit schon mittags kontaktiert habe, konnte rasch und unbürokratisch Entwarnung geben: Züge fahren um 21.15 Uhr, 21.30 Uhr und auch noch danach. Falls ich die nicht schaffe, komme ich eben zu ihr.
Der Hongqiao-Bahnhof ist nicht nur neu, er gehört auch in jene Kategorie hochmoderner Superbahnhöfe für Hochgeschwindigkeitsverbindungen, die mehr an Flughäfen als an Bahnhöfe erinnern. Es gibt verschiedene "Terminals" und Abflug, äh, Abreise und Ankunft sind auf verschiedene Etagen verteilt, die mit Rolltreppen verbunden sind. Noch eine Etage höher gibt es Läden und Restaurants. Es dauert, bis ich einen Fahrkartenschalter in diesem unüberschaubaren Gelände gefunden habe. Der Rest ist dann Formsache. "G 7164 geschafft. Danke", teile ich Hongzhen per SMS mit. Es ist 21.07 Uhr. Der Zug wird in acht Minuten pünktlich abfahren. Ich habe einen bequemen Sitzplatz in einem Waggon mit wenig Menschen und ich werde in weniger als hundert Minuten in Nanjing und schon wieder ein Urlaub vorbei sein.

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