Taizhou
Nun sind wir also in Taizhou, der letzten Station der Reise. Wir werden an der Plebejer-Schlange vorbeigelotst, die sich am Kassenhäuschen vor dem Vogel-Nationalpark gebildet hat. Schließlich haben wir V.I.P.-Status. Hinter dem Kassenhäuschen steigen wir in ein kleines Boot, mit dem fahr'n wir über'n See. Auf der anderen Seeseite wacht ein an eine Pagode gehefteter goldener Riesenbuddha über uns. Dann steigen wir um in kleinere Boote, denn es geht durch eine Art Mini-Everglades, ein sumpfiges Gebiet, das mich ein bisschen an die Gegend um Dubreka in Guinea erinnert. Seltene Vögel sehen wir zwar keine, nur Enten, was Janet, unsere amerikanische Kollegin, fast zum Wahnsinn treibt. Aber die Tour durch die Mini-Everglades ist trotzdem nett. Janet hat sich indessen abgesetzt, taucht aber glücklicherweise wieder auf, ehe die Chinesen sie zur Fahndung ausschreiben. Wir steigen in den Bus und fahren nach Hause. Der Bus bringt uns aber nicht aufs Uni-Gelände, sondern hält vorm Ramada-Hotel, das ich gut kenne, denn hier ist sonntags der GoDi der internationalen Gemeinde. Janet ist empört: Mit ihrem vielen Gepäck kann sie doch jetzt nie im Leben zu Fuß nach Hause gehen. Sie drückt mir ihre graue Tasche in die Hand und setzt sich entnervt in ein Taxi. Ich gehe mit dem amerikanischen Mormonen-Ehepaar und Reiseleiterin May zurück und stelle die graue Tasche vor Janets Tür ab. Ich bin ja gewohnt, für Janet zu schleppen (sin-o-meter berichtete). Es ist so eine Art "running gag" - buchstäblich.