Armel heiratet Cosette
Mein letzter großer Auftritt vor der Rückreise nach Deutschland: die Hochzeitsfeier von meinem Hauskreisleiter Armel (Gabun) mit Cosette (Ruanda). Der ganze Tag steht im Zeichen dieser gesegneten Verbindung. Am Morgen die Trauung in der katholischen Kirche, die einmal mehr beweist, dass in China die Bauwut selbst vor dem Heiligsten nicht Halt macht, denn die Hochzeitsgäste werden wegen Renovierungsarbeiten in einen kleinen Nebenraum gepfercht, der zum Bersten voll ist. Wie viele andere Gäste drücke ich die Bank in einem Vorraum und erst als für mich jemand seinen Platz räumt, erhalte ich eine Sitzgelegenheit im Saal. Der Tag klingt feierlich aus im Ramada-Hotel. Noch einmal kann ich mit meinen Brüdern im Geiste Elysée (Tschad) und Francis (Kongo) einen heben. Trotz des üppigen Büfetts lassen sich Spuren der kolossalen Strapazen der letzten Tage und der kolossalen Hitze auf meinem Antlitz nicht verleugnen und zu allem Überfluss muss ich mich diesmal an die Regel halten, dass man gehen muss, wenn's am schönsten ist, d.h., Viertel vor elf muss ich das Feld räumen, um die letzte Metro zu meinem neuen Wohnort nicht zu verfehlen. Für die andern ist da noch lange nicht Schluss, denn: Afrikanische Hochzeiten dauern deutlich länger als chinesische!