Krötenschlucken für Anfänger
Schock in der Nachmittagsstunde: Mein schlimmster Albtraum (neue Rechtschreibung) wird wahr: 6000 Bücher – das sind ca. 1,8 Tonnen – müssen nun, nach dem Umzug auf den neuen Campus im Außenbezirk von Nanjing, nicht von jenen Arbeitern, die mir alle Arbeit abnehmen sollten, wieder in die Regale gestellt, sondern von: mir. Denn, ja, leider ... die Arbeiter sind nicht mehr da. Da habe es ein Missverständnis gegeben. Immerhin: Ganz allein lässt man mich nicht: In einer konzertierten Aktion wuchten Lehrer und Studenten gemeinsam die Bücher aus dem neuen Konferenszsaal, wo sie zwischengelagert wurden. Der Schweiß fließt in Strömen, die Studenten, die zur Zwangsarbeit verpflichtet wurden, bewahren tapfer Haltung. Aber als die Bücher erst mal aus dem Sitzungssaal raus sind, ist die Motivation, mir Arbeit abzunehmen, auch nur noch halb so groß. O-Ton Didus: »Das dauert noch eine Woche. Mindestens!«
Und das ist nicht die einzige Kröte, die ich schlucken muss: Auch der Internetanschluss, von dem es geheißen hatte, nach den Ferien sei er im neuen Büro garantiert verfügbar, ist nirgends zu erblicken. Nach und nach stellt sich heraus: Es wird keinen geben, nur einen Intranet-Anschluss für den Uni-internen Bereich. Und deswegen entstehen diese Zeilen hier in einem Café mit W-Lan. Grau ist alle Theorie!