Xiyiji
Tja, das ist wieder eine Überschrift, die von allen sin-o-meter-Lesern nur Juli versteht: Es geht um meine Waschmaschine, die immer noch in meiner alten Wohnung steht, aber bei mir türmen sich die Wäscheberge. Ich suche also unweit der Haltestelle Xuezelu die Agentur auf, die mir im Juni die neue Wohnung verschafft hat, denn dort hatte man mir in Aussicht gestellt, einen freien Fuhrunternehmer für mich ausfindig zu machen. Aber wo war die Agentur noch mal? Ich stelle fest: Hier wimmelt es nur so von Makler-Agenturen. Und alle Büros sehen gleich aus: kleine Bürotische mit Computern hinter bedruckten Scheiben. Ich gehe also eínfach mal irgendwo rein und versuche es auf die chinesische Tour: bisschen blöd und unbedarft anstellen (Ausländer-Bonus nutzen!) und mal sehen, was passiert. Während man in Deutschland schlicht vor die Tür gesetzt worden wäre, fühlen sich die Angestellten der offensichtlich falschen Agentur irgendwie für mich verantwortlich. In dem zweiten Laden, den ich probiere, rufe ich erst mal Chen an, der irgendwo unterwegs ist, und gebe das Telefon an die Dame weiter. Irgendwie scheint sie Chen zu k ennen. Doch der richtige Laden? Die telefonieren jedenfalls noch ein paar Mal. Schließlich handelt sie mit jemand Drittem einen Preis von 150 bis 200 Yuan (je nach Schwierigkeitsgrad des Transports) aus und geht mit mir auf die Straße, telefoniert noch mal mit Chen, keine Ahnung, worüber. Irgendwann fährt schließlich ein Mann mit einem Toyota-Transporter vor, lädt erst mich, kurz darauf noch seine Frau ein, programmiert den Navigator, fährt wie ein Fahranfänger und nach einer knappen Stunde im Stau landen wir in Gulou. Die Waschmaschine ist zum Glück schon unten. Mit dem letzten Stromfluss meines Akkus hatte ich noch mal kurz im alten Wohnheim angerufen und die scheinen mich verstanden zu haben. Das spart mir vermutlich 50 Yuan. Allerdings erweist sich das Ding als der erwartet schwere Brocken. Die drei Stockwerke bis zu meiner neuen Wohnung werden zur Extrem-Belastung für mich und den jungen Fuhrunternehmer, dessen schmächtige Frau an der Seite noch mit anpackt, damit wir nicht von dem gefühlt 100 kg schweren Ding begraben werden. Den alten Computer habe ich auch noch schnell mit eingepackt. Den wollte sowieso keiner mehr haben. Ich verabschiede mich ächzend von dem jungen Paar und überreiche 150 Yuan. Er blinzelt noch mal kurz, aber es war so abgemacht. Nur: Wer schließt mir jetzt das Ding an?