Das E-Rad
Seit Montag, dem Nationalfeiertag, an dem auch ich mir zur Feier des Tages mal ein besonderes Geschenk machte, bin ich nun stolzer Besitzer eines "Dianpingche". Übersetzt heißt das so viel wie Stromflaschengefährt. Die "Stromflasche", das ist der bildhafte chinesische Ausdruck für die gewaltige Batterie, die dieses Elektro-Mofa antreibt und mich so zuverlässig an alle wichtigen Orte in meinem neuen, etwas weitläufigen Wohnbezirk bringt, z.B. zurück zum Ort des Erwerbs dieses umgerechnet 400 Mark teuren Zweirads. Es hat nämlich einen beträchtlichen Makel: Die Bremsen gehen nicht. Doch der Onkel, der mir das Ding im Kaufhaus verkauft hat, justiert mit kundiger Miene und geschickter Hand die Bremse und ich muss meinen Kauf nicht bereuen. Auch sonst ist freilich nicht alles so, wie er mir es am Montag angepriesen hat: Die Batterie reicht nicht für 35 Kilometer, sondern für maximal 20. Und die Spitzengeschwindigkeit liegt wohl auch eher bei 25 als bei 30 km/h. Klar, da kann einem die Notwendigkeit einer Bremse schon mal zweifelhaft erscheinen.