Böser Ferrari
Der "böse Ferrari" ist in Wahrheit nicht böse und er ist auch kein Auto, womit dieser Eintrag nun auch nur noch halb so interessant ist. Es handelt sich vielmehr um den deutschen Gitarristen Claus Boesser-Ferrari, der im Rahmen des Nanjinger Jazz-Festivals an der Internationalen Schule ein Solo-Konzert gibt. Und dank meiner Studentin Wenbin habe ich zwei Freikarten bekommen. Hm, zwei. Ich habe am Donnerstag von Jiakun keine Antwort bekommen, dabei hatte sie mir einst vorgeschwärmt, wie toll sie die Veranstaltungen dieses jährlich stattfindenden Festivals findet, und ich glaube, sie wollte mich auch schon mal mitschleppen. Anfang des Monats hat sich aber Huilin wieder mal bei mir gemeldet, als ich gerade beim Baden im Zixia Hu am Fuß des Berges und sie auf dem Zijin Shan, also auf dem Berg, war. Sie hat schon nach ca. einer Minute zugesagt. Wir treffen uns an der U-Bahnstation Xuezelu. Den Theatersaal kennen wir schon, Hier haben wir nämlich letztes Jahr das Weihnachtskonzert der Schule besucht. Boesser-Ferrari holt, zum Teil mit innovativen und experimentellen Eigenkompositionen inklusive Auf-Holz-Klopfen (und wenn er das Ding auf der Bühne in seine Einzelteile zerlegt hätte, hätte es mich auch nicht gewundert) das Äußerste aus dem Instrument heraus. Einige Studentinnen des zweiten Studienjahrs sind auch erschienen, vermutlich ebenfalls mit Wenbin-Freikarten, sind aber viel zu schüchtern, um mich nach Verklingen der letzten Saite anzusprechen. Das mache ich dann, begrüße auch noch rasch die deutsche Mitorganisatorin Marijanne (mit J) und organisiere nun meinerseits ein Gruppenfoto mit gar nicht bösem Ferrari und fröhlich lächelnden Studentinnen, während sich Huilin, die keine Bilder von sich mag, dezent im Hintergrund hält.
Anschließend - es ist noch warm - kann ich Huilin zu einem Eisbecher bei McDonald's gegenüber überreden.