Concordia
Nachdem ich die Konferenz bis zur heutigen Mittagspause fast um den Verstand gehustet und bereits Hustenpastillen und Menthol-Bonbons im Umfang halber Packungen aufgenötigt bekommen habe, komme ich heute zurück auf den Vorschlag von Studentin Cai, der ich inzwischen ihren Umschlag ausgehändigt habe, mir ein paar Sehenswürdigkeiten zu zeigen. Wir wandern zwei Stunden Richtung Fluss und sehen uns den vornehmen einstigen deutschen Club "Concordia" an, der sich heute nicht minder vornehm präsentiert. Statt deutscher Geschäftsleute, die es sich hier vor hundert Jahren gut gehen ließen, sind es heute neureiche Chinesen, die sich in stilvollem Ambiente mit antiken Schätzen und historischen Fotos in den Vitrinen bedienen lassen. Gemütlichkeit - die können die Chinesen in der Tat von den Deutschen lernen, hier in den gediegenen Räumen sieht man es.

Wir überqueren den Fluss und lassen uns auf dem Rückweg auf der Brücke von einer Passantin ablichten. Dass ich danach gar nichts zu mir nehmen will, kann Cai nicht fassen. Aber nach einem so üppigen Hotel-Frühstück, das sogar Wurst und Pommes frites umfasste, kann ich natürlich mittags nicht schon wieder Hunger haben! Lieber lasse ich mir noch schnell zeigen, wie ich morgen mit dem Bus von der Uni zum Bahnhof komme.
