Patong-Strand
Nachdem ich die heiße Inselhauptstadt ausgiebig in Augenschein genommen habe, bin ich nun heiß auf Strandurlaub. Ich nehme also mittags den Bus zur Westküste, zum Strandbad Patong. Bis der sich ausreichend gefüllt hat, vergeht etwa eine halbe Stunde. Dann geht es endlich los. Aber - o Graus! - der Ort bestätigt die schlimmsten Befürchungen und erinnert an den sprichwörtlichen Ballermann-Urlaub auf Mallorca; man findet auch die symptomatischen Eimer (!) mit alkoholischen Getränken. Der Ort ist lärmend und laut, bevölkert, verseucht geradezu von fetten Russen, geschmacklos gekleideten Russinnen, blasierten Franzosen, dicken und debilen Deutschen. An jeder Ecke wird einem eine Massage angeboten, und wenn man noch so ungestresst aussieht. Für das einzige Klo weit und breit muss man bezahlen (generell ein Problem in Thailand) und überhaupt ist alles zwanzig bis fünfzig Prozent teurer als normal. Einziger Lichtblick: Bundesliga im Fernsehen in den vielen Bars und die blauen Schilder mit der Aufschrift "Tsunami Evacuation Route".
Ich bade also in der immerhin leidlich malerischen Bucht mit Blick auf grüne Felsenhänge. Nach drei Stunden muss ich aber schon wieder zurück. Ich hatte den Fahrer des lokalen Busses, der mich hier am Strand abgeliefert hat, so verstanden, dass um 17.30 Uhr am selben Ort wieder ein Bus abfahren würde. Da stehe ich nun mit einigen anderen Gläubigen, Chinesen, Russinnen, und warte und warte und warte. Die anderen geben nach und nach auf, ich nicht. Wie die Geier warten rote Tuctucs darauf, dass ich endlich schwach werde und einsteige, damit sie mir das Fleisch von den Rippen picken können. Diese Geschichte kann nur einen Ausgang haben: Ich gehe zu Fuß nach Phuket-Stadt und überquere so die ganze Insel - von der Westküste zur Ostküste sind es rund 15 Kilometer. (Bei der Bundeswehr haben wir längere Strecken bewältigt.) Es ist keine sonderlich attraktive Nachtwanderung, denn ich folge der Hauptstraße und die ist vor allem in der Nähe von Patong verstopft mit lärmend Abgas verschleudernden Blechkisten. Da es in Thailand Linksverkehr gibt, gehe ich auch noch auf der falschen Seite, was dazu führt, dass mich ein um die Kurve sausender Mopedfahrer erst im letzten Augenblick sieht. Wat'n Glück, dass ich so weit rechts gehe, der hätte mich sonst auf die Hörner genommen wie ein brünftiger Bulle. Ich wechsele also, was mir im Leben sonst nicht oft unterläuft, die Seiten und komme nach ca. zwei Stunden tatsächlich ohne Umweg wieder in Phuket-Stadt an. In einem Straßenrestaurant esse ich ein Reisgericht und leere dabei die ganze Wasserkanne, die mit auf dem Tisch steht.