Phiphi Don
Da kommen sie also in Sicht. Schon vom Schiff aus zeichnen sich die Umrisse der bizarren Gesteinsformationen ab, die saftig-grünen Felszuckerhüte, die wie kolossale Portale in eine Märchenwelt aus dem Meer ragen. Ich befinde mich auf dem Weg zu den malerischen Phiphi-(sprich: Pipi)-Inseln. Die Fähre macht erst einen Abstecher in eine der Traumbuchten, die die Schatten der gewaltigen grünen Zuckerhüte in eine atemberaubende Abenteuerwelt verwandeln (deren Reiz die vielen Touristenkanus allerdings beträchtlich trüben), und dann dockt sie in der Loh-Dalum-Bucht auf Phiphi Don an. Zwanzig Baht Sondersteuer für den Erhalt der Insel weisen schon am Pier darauf hin, dass man hier immer etwas mehr bezahlen muss als auf dem Festland. Ich finde auch nur eine Unterkunft im "Harmony House" für unerschwingliche 1100 Baht (aber dafür mit Wifi), bleibe dort aber sicher nicht länger als eine Nacht. Es dauert ein bisschen, bis mir klar wird, dass der Strand, an dem Ebbe herrscht, sodass ich erst mal eine lange Wattwanderung machen muss, um schwimmen zu können, gar nicht derselbe ist wie der, an dem die Fähre angelegt hat. Denn die Lagune ist an dieser Stelle besonders schmal und die beiden Buchten Loh Dalum und Tonsai trennen nur ein paar hundert Meter total unübersichtlich angeordneter Hotels und Restaurants, Touristenbuden, Verkaufsstände, Massagesalons und "Seven-Eleven"-Läden, die alle irgendwie gleich aussehen. Prompt mache ich in dem flachen Wasser von Tonsai Bekanntschaft mit einem Seeigel. Da werden Erinnerungen an den katastrophalen ersten Badeausflug 1983 in Suedfrankreich schmerzhaft lebendig.
Und sonst? Jede Menge Tätowierte und Tätowierläden gestatten einen Einblick in die Geschichte des Tourismus. Am Anfang standen Hippies, die in so genannten Vollmondnächten rauschhafte Partys feierten bis zum Umfallen. Und heute ist wieder so eine Vollmondnacht. Man wird es meilenweit hören.