Nicht bestellt und nicht abgeholt
Nun also doch: Rückkehr nach Phuket. Ein letztes Mal springe ich, diesmal wieder am Strand von Tongsai, ins Meer; doch die Uhr tickt unbarmherzig. Schon um 14.30 Uhr geht die Fähre, von der ich mehr als einen letzten sehnsuchtsvollen Blick auf das in der Ferne entschwindende Eiland werfe. An Bord gibt es Doughnuts umsonst und Mr. Bean auf dem Großbildschirm unter Deck (auf der Hintour gab es "Avatar"). Dabei stelle ich fest, dass ich mich mitunter nicht geschickter anstelle als der britische Komiker in seinen Sketchen. Das kenne ich also alles schon und halte mich daher lieber auf Deck auf. Einige haben sich dort sogar in die pralle Sonne gelegt!
Am Hafen von Phuket-Stadt herrscht, weil jeder Passagier sein gebuchtes oder auch nicht gebuchtes Transportmittel zu finden trachtet, etwa eine halbe Stunde lang hektisches Gewusel, bis ich allein auf einer Treppenstufe zurückbleibe wie ein Paria vor der Stadtmauer. Natürlich wird sich die Taxi-Mafia auch diesmal die Zähne an mir ausbeißen. Schon mehrfach hat man mir die unwillkommenen Dienste angeboten. Niemand ahnt, worauf ich warte: darauf, dass die Sonne so tief steht, dass ich mir den Fußmarsch in die Innenstadt zumuten kann. "When do you want to go?", fragt die Taxi-Animierdame, die es gar nicht abwarten kann, mich an einen Chauffeur zu vermitteln. "Whenever I want", antworte ich kurz angebunden. Schließlich breche ich mit Sack und Pack auf und kann kurz darauf einen Mopedfahrer mit der Replik, für fünf Baht (ca. zwanzig Pfennig) würde ich mich von ihm mitnehmen lassen, so rapide zum Abdrehen bringen, wie ich es auch selten gesehen habe. So also stellt man das an - muss ich mir merken! Unterwegs esse ich ein Reisgericht in einer Straßenbude. Als ich wieder am "Sunwest Guesthouse " angekommen bin, ereilt mich die ernüchternde Botschaft, dass sie diesmal ausgebucht sind. Ich erinnere mich jedoch eines billigen Hotels eine Straße weiter. Es ist sogar fünfzig Baht billiger. Gleich davor gibt es einen Mopedverleih, der uns in zwei Tagen noch beschäftigen wird. Ich gehe gleich wieder zu Nualnoi Hitopakorns Reisebüro und buche für 900 Baht die Reise zur legendären James-Bond-Insel (so genannt, seit hier eine Szene für den Film "Der Mann mit dem goldenen Colt" gedreht wurde), die eigentlich Tapu-Insel heißt und sich zwischen Phuket und dem Festland in der Phang-Nga-Bucht befindet. Einfacher ausgedrückt: Vor mir liegt die zweite Traumkulisse dieses Urlaubs.