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Sonntag, 03. Februar 2013

Wundersame Fügungen
Von didus, 23:59

Einer der Gründe meiner Reise nach Chiangmai war, die deutsche Schule kennen zu lernen, die es angeblich in Chiangmai gibt. Vorab, so meine Überlegung, könnte man sich doch schon mal im Gottesdienst treffen; immerhin handelt es sich um eine christliche deutsche Schule und  nachdem ich schon zwei Sonntage in Folge ohne Gottesdienst überstehen musste, fühle ich mich geistlich bereits etwas verarmt. Andrea vom Sekretariat war auch so nett, mir die Adresse des Kinsey-Drogentherapiezentrums zuzusenden, wo viele Deutsche zum Gottesdienst hingehen, aber leider hat sie die Wegbeschreibung und die Anfangszeit weggelassen. Ich schaue also bei Googlemaps nach.
Schon der Weg zum Fahrradverleih steht allerdings unter schlechtem Vorzeichen. Ich rufe und rufe, aber außer einem Siebenjährigen, der autistisch vor dem Computer sitzt, ist niemand zu Hause. Ich denke: Man kann doch den Knaben da nicht so alleine sitzen lassen. Ich rufe penetrant einige Dutzend Mal  "Hello?", der Knabe muss denken: Die spinnen, die Ausländer! Schließlich taucht die Mama mit dem Motorroller auf, nur um mir mitzuteilen: kein Fahrrad. Nachdem ich mir eine Straße weiter bei "Maeping Car Rent & Travel" (Anschrift: 99/4 Loi Khor-Straße A. Muang - geöffnet von 8.30 bis 22 Uhr) dann doch noch für 50 Baht Miete pro Tag einen Drahtesel ausgeliehen habe, mache ich mich eilends auf den Weg gen Süden, aber es ist zum Verzweifeln, so sehr ich mich auch bemühe und den vereinzelten Hinweisen folge, das Kinsey-Drogen-Reha-Zentrum bleibt so unauffindbar wie das ominöse Schloss in Kafkas gleichnamigen Roman. Alle haben davon gehört, etwa beim CVJM, bei dem ich in ein Grillfest hineinplatze, aber kein Hinweis ist zielführend. Ich fahre Schleife um Schleife. Am Ende gebe ich wie K. genervt und frustriert auf, setze mich an den Fluss und sage zu Gott: "So gehst du also mit denen um, die sonntags dein Haus suchen! Supa g'macht." Als Trostpflaster schaffe ich noch fünf Minuten einer katholischen Messe in einer Kirche an der Hauptstraße, die ich gekommen bin. Aber da bin ich schon auf dem Rückweg und es geht auf 12 Uhr zu.
Doch die Geschichte geht jetzt erst los, denn wundersam, o Herr, sind deine Wege: Bei McDonald's vor der Tür, wo ich inzwischen gelandet bin, läuft mir mit ihren Kindern - ich muss zweimal hinschauen, um es zu glauben -, eine Frau über den Weg, die ich spontan mit den Worten anspreche: "I know you from Nanjing, right?" Es ist die Ehefrau von Andy, der ab und zu in der Internationalen Gemeinde Nanjing predigt und hier in Chiangmai an einer Konferenz teilnimmt. Ich klage seiner Frau also mein Leid und sie rückt prompt mit der frohen Botschaft heraus, dass es ihres Wissens hier in Chiangmai einen englischsprachigen Gottesdienst um 16.20 Uhr gibt (das ist in etwa einer Stunde). Sie kennt zwar nur den ungefähren Namen, aber ich solle doch mal im Netz den Rest herausfinden. Das tue ich, vermöge  meines schönen neuen Kindle Fire, umgehend. Der wundersamen Fügung zweiter Teil: Von meinem Hotel, dem nostalgischen Tapae Inn, aus, wohin ich inzwischen umgezogen bin, ist die Kirche mit dem Radl fünf Minuten entfernt. Ich kann also noch in Ruhe duschen und dann nix wie hin. Ich werde aufgenommen wie der verlorene Sohn, der ich ja heute auch bin. Für Neulinge gibt es einen eigenen Stand. Frisches Wasser erquickt meine Seele. Ich darf mich später mit meiner Geschichte unter dem Programmpunkt "Gäste werden begrüßt" kurz vorstellen, die Gemeinde staunt mit mir über Gottes wundersame Wege und im Anschluss stellt mich eine freundliche Amerikanerin noch einigen Deutschen, darunter ein deutsch-Schweizer Missionarsehepaar mit zwanzig Jahren Dienst im Lande, vor. Die wissen auch von der deutschen Schule zu berichten, aber die sei ja sooo weit von Chiangmai entfernt. Ob ich also mein Vorhaben, da morgen mit dem Fahrrad vorbeizuschauen, erfolgreich umsetzen kann? Oder droht die nächste Frustattacke? Jedenfalls habe ich ja heute gelernt: Niemals aufgeben! Was ich ahne, aber noch nicht weiß: Die größe Irrfahrt dieses Urlaubs liegt unmittelbar vor mir!

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