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Mittwoch, 06. Februar 2013

Das Zoll-Imperium schlägt zurück - Teil 2
Von didus, 23:59

Drei Fragen beschäftigten schon Otto einst im gleichnamigen Film. Für mich gilt Vergleichbares. Meine Fragen lauten: Was mach' ich hier? Wie bin ich hierher gekommen? Und wie komme ich hier ganz schnell wieder weg?
Ich befinde mich wieder in Thailand. Damit kommen wir zu Frage eins: Was mach' ich hier? Immerhin ist es noch gar nicht lange her, da habe ich vor Zeugen geschworen: "Das Land sieht mich nie wieder!" Auch den laotischen Grenzbeamten, die mich am Busbahnhof aufgegriffen haben, habe ich erklärt: "Visum? O.k. Aber ich gehe nicht wieder nach Thailand! Das kann niemand von mir verlangen." Gleichwohl stehe ich jetzt wie in einer Zeitschleife erneut vor dem grimmigen Bullterrier, der sich in seinem Zollhäuschen am Mekong die Backen platt sitzt, und teile ihm einsilbig mit: "I want to leave Thailand!" Höflichkeiten überspringe ich dabei genauso entschlossen wie ein Hürdenläufer seine Hürden; auch der Mann am Schalter findet keine Geste über null Grad Celsius für mich. Natürlich habe ich diesmal auch artig meine Ausreisekarte mitgebracht, die sich in meinem Rucksack befand, und trage sogar ein T-Shirt (das allerdings schmuddelig ist). Und so besteige ich zum sechsten Mal das dämliche Boot über den kloakig-braunen Mekong, entrichte zum fünften Mal den Fahrpreis, habe aber zum ersten Mal einen thailändischen Ausreisestempel im Pass. Die fünfte Flussüberquerung musste freilich der laotische Zoll finanzieren. Der Zollbeamte, der mich an der Busstation aufgegriffen und im Geländewagen abtransportiert hat (allerdings ohne Handschellen), hat das großzügig übernommen. Man könnte auch sagen: Der laotische Zoll hat mich bestochen, damit ich einwillige, mir in Thailand den Ausreisestempel zu holen. Denn dieser ist nun mal die Grundlage für das laotische Ein- und Durchreisevisum. Ich finde allerdings, sie hätten mir auch die Rücktour bezahlen müssen. DIE wollen ja schließlich, dass ich diesen dämliche Stempel bekomme. Mir ist doch dieser Stempel total egal!
Frage zwei: Wie bin ich hier hergekommen? Nach etwa 45 Minuten geduldigen Wartens auf den Bus nach Luang Prabang (Fahrpreis: 145.000 Kip, Abfahrt: 17 Uhr) fuhr auf dem nagelneuen Busbahnhof ein Geländewagen mit zwei Zollbeamten oder Polizisten vor und versuchte erfolgreich mich davon zu überzeugen, dass ich nicht ohne Visum durch Laos reisen könne. Immerhin: Die sieben Kilometer zurück zur Grenze musste ich nun nicht noch einmal zu Fuß zurücklegen; im Geländewagen des Zolls gab es sogar Klimaanlage!
Drittens: Wie komme ich hier ganz schnell wieder weg? Nachdem ich mir den Nachmittag mit diesem interessanten Unterhaltungsprogramm geschickt verkürzt habe, muss ich zwar noch mal zu Fuß zur Busstation (diesmal nimmt mich auch kein mitleidiger Mopedfahrer mit). Aber den Weg kenne ich ja inzwischen!
In Houay Xai ist wirklich der Fortschritt eingezogen: Im (gebührenfreien!) WC des Busbahnhofs entdecke ich kurz vor Abfahrt noch eine Dusche. Da kann ich mich noch mal kurz erfrischen, ehe der Bus abfährt. Mit an Bord ist eine Horde von alkoholisierten und sich weiter alkoholisierenden Amerikanern, die sich während der Reise fortwährend durch Singen und Grölen bemerkbar machen.

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