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Freitag, 19. April 2013

Huatai
Von didus, 20:59

Diesmal sind die Affen an einer anderen Stelle und fallen mich nicht an. Ich halte mich auch ganz dezent zurück. Den Gipfel erreiche ich gegen Mittag. Das allgemeine Toursitenziel ist ja der Tiantai-Tempel, aber ich gehe lieber rechter Hand noch ein paar Treppen weiter nach oben und erreiche den 1342 Meter hohen Gipfel des Berges. Dort mache ich erst mal Picknick und erweise mich dabei als echter Chineses: Ich verzehre in Folie eingeschweißte Fertigwurst, ein in Folie eingeschweißtes schwarzes Ei sowie Bananen). Ein Wandersgesell gesellt sich zu mir. Und als ich ihn etwa eine halbe Stunde auf meinem Abstieg zur den Felsspalten mit abschließender Buddha-Höhle (einem Gelass im Felsen, wo früher zwei Mönche gehaust haben sollen) noch einmal wiedertreffe, schenkt er mir seine Wanderkarte. Er selbst hat sich eine andere Route ausgeguckt. Die Karte gibt mir einen vagen Überblick, kann mich aber nicht davor bewahren, am Ende in einer Sackgasse zu landen. Zunächst geht es abwärts ins Tal mit den "Steinen, die wie Tiere geformt sind": Die Fantasie der Chinesen kennt mal wieder keine Grenzen: Wo soll da ein Felsen in Elefanten-, wo einer in Pferdeform sein? Ich seh' da nix! Alles, was ich entdecke, ist ein Gorilla-Gesicht im "Planet der Affen"-Stil auf der Felswand gegenüber, aber Affengesichter sind hier von den Erklärungstafeln gar nicht vorgesehen.
Der Aufstieg zum Huatai, dem Blumen-Plateau, wie man das wohl übersetzen müsste, wird zwar belohnt mit einem kolossalen Panoroma (noch einmal über 1200 Höhenmeter); Blumen gibt es hier auf dem kargen Felsgestein allerdings keine. Der Name verdankt sich dem Sonnenuntergang, der den Aussichtspunkt in ein buntes Blumenmeer verwandeln solle. Außerdem gibt es hier noch die Legende vom treuen Hund, der seinem Herrn nie von der Seite wich und danach mit Buddha-ähnlichen Ehren versehen wurde. Die Fahrkarte für die Seilbahn, die Fußkranke und Immermüde vom Huatai wieder nach unten bringen würde, wird angesichts des Wucherpreises von 80 Yuan von mir boykottiert (in Nanjing zahlt man 20 Yuan, allerdings ist der Berg auch nur ein Drittel so hoch). Ich wähle also den Abstieg von 2011 und dank der kolossalen Aussicht ist das auch die richtige Entscheidung. Ich komme noch an einem Felsen vorbei, der das Antlitz Buddhas darstellen soll, und danach geht es nur noch im Laufschritt bergab mit mir. Als ich am Phönix-Punkt, zugleich Ausgangspunkt meiner Klettertour angekommen bin, habe ich wackelige Knie. Es ist halb sechs. Und zum Glück gibt es noch Busse. Der Rücktransport ist in der 50-Yuan-Buskarte, die ich gestern für die Reise vom Busbahnof in die Tempelstadt bezahlt habe, inbegriffen. Da mein Proviant und Wasservorrat schon seit geraumer Zeit aufgebraucht ist, erwerbe ich an einem Touristenstand erst mal Wasser für den leeren Tank. Das Essen muss dagegen noch etwas warten.

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