Schnitzeljagd mit Fang Dong
Tja, wäre er mal pünktlich gekommen, aber als er nach einer halben Stunde noch nicht angerückt ist, um seine drei Monatsmieten zu kassieren, verliere ich die Geduld, denn angesichts des schönen Wetters zieht es mich mit meinem Dianpingche zu einem Ausflug. Ich fahre also nach Qixia, dort kann ich auch im Supermarkt etwas einkaufen. Kurz vor dem Ziel erreicht mich der Anruf von Fang Dong, des Vermieters: Wie will er mich jetzt finden? Ich reiche das Telefon erst mal weiter an eine Passantin auf der Straße - in China ein durchaus übliches Verfahren. Die versteht ihn bestimmt viel besser als ich und kann auch viel besser erklären, wo ich gerade bin. Doch das Gespräch zieht sich ziemlich in die Länge. Das kann doch nicht so kompliziert sein!?!
Schließlich gibt mir die Passantin das Telefon zurück. Fan Dong scheint kapiert zu haben. Ich kaufe mir gegen die sengende Hitze in dem Suguo-Supermarkt, vor dessen Eingang wir uns verabredet haben, etwas zu trinken, setze mich auf eine Bank, warte und warte. Fan Dong muss sich verfahren haben. Schließlich klingelt mein mobiles Fernsprechgerät erneut. Fan Dong vermeldet, er sei da, wo sei ich? Ich erwidere: Ich sei da neben den Majiong spielenden Alten. Er befindet sich offenbar auf der Nordseite des Supermarktes. Ich lotse ihn durch den Supermarkt. Er findet mich nicht, ruft wieder an. Ich durchquere die Südhälfte des Suguo-Marktes. Und dann stelle ich fest, dass es an dieser Stelle zwei Suguos direkt nebeneinander gibt und auf dem kleinen freien Platz zwischen dem großen und dem kleinen Suguo treffen wir uns endlich und mein Vermieter kann seine schwer verdiente Miete kassieren, was ihm ein Strahlen aufs Gesicht zaubert.