Hör mal, wer da hämmert!
Ich stehe mal wieder senkrecht im Bett. "Wer da nicht durchdreht, der ist schon verrückt!", sage ich zu mir selbst. Ein Höllenlärm aus der Wohnung über mir: ein grauenvolles Gehämmer, gelegentlicher Einsatz von Bohrmaschinen und Kreissägen. Ohrenstöpsel zwecklos. Dabei war ich doch hier in die Walachei gezogen mit dem ernsthaften Vorsatz, hier Ruhe und Frieden zu finden. Tatsächlich habe ich in den letzten Wochen kaum eine Nacht ohne Watte in den Ohren verbracht. Wer da noch kein Ekzem hat, der kriegt auf jeden Fall eins. Völlig entnervt streife ich mir Hemd und Hose über, beschwere mich erst bei den völlig verstörten Bauarbeitern mit den Worten: "Ist das hier ein Arbeits- oder ein Wohnplatz?", pese bei dreißig Grad und sengender Sonne zum Pförtner, beschwere mich da und lande schließlich bei der Hausverwaltung. Die sprechen dann auch ganz rücksichtsvoll am Telefon mit dem Eigentümer, tragen mein Anliegen, die besonders drastischen Lärmemissionen auf später als neun Uhr morgens zu verlagern, weiter; aber befehlen, bringen sie mir schonend bei, könnten sie dem ja nichts. Ab sieben Uhr seien solche Renovierungsarbeiten nun mal erlaubt. Es kommt noch schlimmer. Die Wohnung gegenüber und die Wohnung unter mir sind ab sofort ebenfalls in Renovierung. Höllenkrach als Drei-Fronten-Belagerung: Ich bin umzingelt!
Fazit: Mit dem Lärm ist es wie mit den Mücken: Ich kann dem Feind, der es nur auf mich, auf mich ganz allein abgesehen hat, nicht entkommen. Wer da nicht durchdreht, der ist schon verrückt.