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Freitag, 14. Juni 2013

Die Rückkehr nach Pukou
Von didus, 23:59

Zur Verabschiedung der leider in diesem Jahr aus ihrem Dienst an der Universität ausscheidenden ausländischen Lehrkräfte werden wir, also die aus ihrem Dienst an der Universität ausscheidenden Lehrkräfte und die aus ihrem Dienst an der Universität nicht ausscheidenden Lehrkräfte, heute auf das Gelände des der Universität angeschlossenen "Colleges" jenseits des Jangtse verfrachtet. Das bedeutet eine Stunde und fünfzehn Minuten in einem schlecht klimatisierten Bus. Ich bin trotzdem nicht undankbar, denn es gibt ein Wiedersehen mit meiner einstigen Wirkungsstätte in Pukou, wo ich von 2008 bis 2009 unterrichtete. In Pukou ist inzwischen eine gewaltige Bibliothek samt Fernsehproduktionsstätte für 3-D-Filme und Talk-Shows entstanden, ein Atelier nebst Ausstellungsraum und anderes mehr, das uns stolz, aber unstrukturiert vorgeführt wird. Ich habe Mühe, den Ort wiederzuerkennen.
Den "Outstanding Teaching Award", üblicherweise eine Standard-Auszeichnung für alle länger tätigen Lehrer, bekomme ich (im Gegensatz etwa zu meinem französischen Kollegen Alain) im Rahmen des mäßig festlichen Banketts im Mensa-Restaurant nicht überreicht. Das ist in Ordnung, denn mit einer (nach dem Rechtsverständnis der V.R. China) verprügelten Taxi-Tussi und einer eingeschlagenen Eingangstür habe ich mir eher auf anderen Gebieten Meriten erworben als auf denen, durch die man für preiswürdig erachtet wird.
Tja, man ist kaum mit seinen Nachbarn ins Gespräch gekommen (in Pukou gibt es eine deutsche Kollegin, entsandt von der Bosch-Stiftung), kaum hat man mit Alain und Maria (meiner Spanisch-Lehrerin) auf den gemeinsamen Abschied angestoßen, da wird man auch schon wieder verscheucht. Nicht mal zwei Stunden hat der Festsaal von Pukou uns ausgehalten. Ich esse und trinke wie üblich in Ruhe auf/aus und bleibe allein zurück. Als ich die Mensa verlasse, finde ich keinen Bus vor der Tür. Ich mache mich auf eigene Faust auf den Weg. Während ich allein zum Portal wandere, bekomme ich drei Anrufe von Leuten, die sich sorgen, ich könnte verloren gegangen sein. Ich sage ihnen, dass ich am Haupteingang auf den Bus warte. Schließlich nehme ich Platz neben Kollegin Kong, die gar nicht glauben kann, dass ich vor dem Bus am Haupteingang angekommen bin. "Verloren gehen konnte ich ja nicht", sage ich, "schließlich kenne ich mich hier aus!"

Damit ist der Arbeitstag aber für Alain und mich noch lange nicht beendet, denn nach der gemeinsamen Rückkehr feilen wir bei ihm zu Hause noch an dem Titelbild für den Novellenband "Auf den Schwingen der Morgenröte", den ich im Sommer herauszugeben gedenke. Alain habe ich als Grafiker engagiert.

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