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Donnerstag, 30. August 2012

Xiyiji
Von didus, 23:59

Tja, das ist wieder eine Überschrift, die von allen sin-o-meter-Lesern nur Juli versteht: Es geht um meine Waschmaschine, die immer noch in meiner alten Wohnung steht, aber bei mir türmen sich die Wäscheberge. Ich suche also unweit der Haltestelle Xuezelu die Agentur auf, die mir im Juni die neue Wohnung verschafft hat, denn dort hatte man mir in Aussicht gestellt, einen freien Fuhrunternehmer für mich ausfindig zu machen. Aber wo war die Agentur noch mal? Ich stelle fest: Hier wimmelt es nur so von Makler-Agenturen. Und alle Büros sehen gleich aus: kleine Bürotische mit Computern hinter bedruckten Scheiben. Ich gehe also eínfach mal irgendwo rein und versuche es auf die chinesische Tour: bisschen blöd und unbedarft anstellen (Ausländer-Bonus nutzen!) und mal sehen, was passiert. Während man in Deutschland schlicht vor die Tür gesetzt worden wäre, fühlen sich die Angestellten der offensichtlich falschen Agentur irgendwie für mich verantwortlich. In dem zweiten Laden, den ich probiere,  rufe ich erst mal Chen an, der irgendwo unterwegs ist, und gebe das Telefon an die Dame weiter. Irgendwie scheint sie Chen zu k ennen. Doch der richtige Laden? Die telefonieren jedenfalls noch ein paar Mal. Schließlich handelt sie mit jemand Drittem einen Preis von 150 bis 200 Yuan (je nach Schwierigkeitsgrad des Transports) aus und geht mit mir auf die Straße, telefoniert noch mal mit Chen, keine Ahnung, worüber. Irgendwann fährt schließlich ein Mann mit einem Toyota-Transporter vor, lädt erst mich, kurz darauf noch seine Frau ein, programmiert den Navigator, fährt wie ein Fahranfänger und nach einer knappen Stunde im Stau landen wir in Gulou. Die Waschmaschine ist zum Glück schon unten. Mit dem letzten Stromfluss meines Akkus hatte ich noch mal kurz im alten Wohnheim angerufen und die scheinen mich verstanden zu haben. Das spart mir vermutlich 50 Yuan. Allerdings erweist sich das Ding als der erwartet schwere Brocken. Die drei Stockwerke bis zu meiner neuen Wohnung werden zur Extrem-Belastung für mich und den jungen Fuhrunternehmer, dessen schmächtige Frau an der Seite noch mit anpackt, damit wir nicht von dem gefühlt 100 kg schweren Ding begraben werden. Den alten Computer habe ich auch noch schnell mit eingepackt. Den wollte sowieso keiner mehr haben. Ich verabschiede mich ächzend von dem jungen Paar und überreiche 150 Yuan. Er blinzelt noch mal kurz, aber es war so abgemacht. Nur: Wer schließt mir jetzt das Ding an?

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Mittwoch, 29. August 2012

Auf falschem Kurs
Von didus, 23:59

Und gleich die nächste peinliche Panne: Mir wurde mitgeteilt, ich hätte heute in den Unterrichtsstunden drei und vier den Kurs Literarische Lektüre 2 zu geben. Ich gebe Bücher aus, die ich extra in der Pause mit zwei Studenten heranschaffe, ich verteile Referate und halte selbst ein Einleitungsreferat. Doch am Ende der Stunde schwant mir Böses. "Wir haben doch schon einen Lektürekurs bei Frau Yin. Aber wir haben jetzt keinen Kurs zum Texteverfassen", teilen mir einige irritierte, besorgte Studenten mit.  Sie müssen sich gefühlt haben wie im falschen Film. Den Kurs zum Verfassen einer Abschlussarbeit halte in der Tat normalerweise ich. Und so stellt sich rasch heraus: Der Kurs ist falsch. Ruder herumreißen, Fehler im System! Die Lage wird von Schuljahr zu Schuljahr ernster: Zu Beginn des letzten Semesters wollte ich den richtigen Kurs im falschen (leeren) Raum geben, diesmal stimmt der Raum, aber der Kurs nicht. Und es ist abzusehen: Nächstes Jahr wird es dann für mich weder Raum noch Kurs geben!

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Montag, 27. August 2012

Krötenschlucken für Anfänger
Von didus, 23:59

Schock in der Nachmittagsstunde: Mein schlimmster Albtraum (neue Rechtschreibung) wird wahr: 6000 Bücher – das sind ca. 1,8 Tonnen – müssen nun, nach dem Umzug auf den neuen Campus im Außenbezirk von Nanjing, nicht von jenen Arbeitern, die mir alle Arbeit abnehmen sollten, wieder in die Regale gestellt, sondern von: mir. Denn, ja, leider ... die Arbeiter sind nicht mehr da. Da habe es ein Missverständnis gegeben. Immerhin: Ganz allein lässt man mich nicht: In einer konzertierten Aktion wuchten Lehrer und Studenten gemeinsam die Bücher aus dem neuen Konferenszsaal, wo sie zwischengelagert wurden. Der Schweiß fließt in Strömen, die Studenten, die zur Zwangsarbeit verpflichtet wurden, bewahren tapfer Haltung. Aber als die Bücher erst mal aus dem Sitzungssaal  raus sind, ist die Motivation, mir Arbeit abzunehmen, auch nur noch halb so groß. O-Ton Didus: »Das dauert noch eine Woche. Mindestens!«
Und das ist nicht die einzige Kröte, die ich schlucken muss: Auch der Internetanschluss, von dem es geheißen hatte, nach den Ferien sei er im neuen Büro garantiert verfügbar, ist nirgends zu erblicken. Nach und nach stellt sich heraus: Es wird keinen geben, nur einen Intranet-Anschluss für den Uni-internen Bereich. Und deswegen entstehen diese Zeilen hier in einem Café mit W-Lan. Grau ist alle Theorie!

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