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Sonntag, 29. April 2012

Nun fährt sie auch noch!
Von didus, 23:59

Weil sie ein neues Visum benötigt, befindet sich die Schriftstellerin Danyu in der Stadt und überfällt mich mit dem Auto, das ihr Papa ihr mal eben geschenkt hat, einem VW-Beetle, beige. Sie ruft mich an, als sie soeben mit dem schicken neuen Auto einen kleinen Betonpfeiler am Uni-Portal angeditscht hat und man sie mit dem Wagen nicht auf den Campus lässt. Ein Plastikteil ist vorn an der Stoßstange aus der Halterung gedrückt worden. "My father will criticize me", befürchtet die neurotische Nanjingerin mit derzeitigem Wohnsitz in Chicago. Kein Wunder, dass sie nun will, dass ich fahre! Irgendwie raus aus der Stadt. Ich lehne zunächst ab, kenne mich doch so gut gar nicht aus in Nanjing und habe auch keinen Führerschein in China, aber sie besteht darauf. Zugegeben, sicherer ist es schon, wenn ich fahre. Schließlich hatte Danyu ihren Führerschein vor einem Jahr erst ausgehändigt bekommen, nachdem sie in Gegenwart des Prüfers melodramatisch in Tränen ausgebrochen war. So komme ich also zu meiner ersten eigenen Autofahrt in der Volksrepublik. Ich komme aber nicht raus aus der Stadt, verfranse mich hinter der Stadtmauer. Schließlich finde ich einen Parkplatz in der Nähe des Qinhuai, einem Zufluss des Jangtse. Dort kenne ich mich aus. Wir flanieren eine Weile am Ufer entlang, finden eine Bank und Danyu hat genügend Zeit, mir ihr Leben zu erzählen: von der neuen protestantischen Gemeinde, die sie gefunden hat, einer netten Pastorin und Kevin, dem dichterisch veranlagten Ex-Knacki, der so etwas wie ihr neuer Lebensabschnittsgefährte sein könnte. Leider ist er aber ein Wüstling und nach einem Streit hat er sie aus dem Auto geschmissen, als er sie zum Flughafen bringen sollte (kann ich sehr gut verstehen, denn Danyu kann einem furchtbar auf die Nerven gehen). Trotzdem kann sie es kaum erwarten, die nächste E-Mail von ihm zu lesen, wofür sie dann später meinen Computer benutzen wird. Ich schreibe ihr sogar noch einen Flirt-Text für einen blonden Hünen, auf dessen Foto sie in einer Internet-Partnerbörse gestoßen ist. Sie kennt da keine Hemmungen. Der Tag klingt aus mit einem Mitternachtsimbiss bei KFC, wohin wir aber nur gehen, weil bei McDonald's ein röhrender Reiniger für ohrenbetäubenden Krach sorgt.
Es bleibt bei einer kurzen Stippvisite, denn Danyu muss weiter nach Hongkong, wo sie sich in den nächsten Tagen mit einem Professor zwecks Aufnahme eines Promotionsstudiums trifft.

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Sonntag, 22. April 2012

Taizhou
Von didus, 23:59

Nun sind wir also in Taizhou, der letzten Station der Reise. Wir werden an der Plebejer-Schlange vorbeigelotst, die sich am Kassenhäuschen vor dem Vogel-Nationalpark gebildet hat. Schließlich haben wir V.I.P.-Status. Hinter dem Kassenhäuschen steigen wir in ein kleines Boot, mit dem fahr'n wir über'n See. Auf der anderen Seeseite wacht ein an eine Pagode gehefteter goldener Riesenbuddha über uns. Dann steigen wir um in kleinere Boote, denn es geht durch eine Art Mini-Everglades, ein sumpfiges Gebiet, das mich ein bisschen an die Gegend um Dubreka in Guinea erinnert. Seltene Vögel sehen wir zwar keine, nur Enten, was Janet, unsere amerikanische Kollegin, fast zum Wahnsinn treibt. Aber die Tour durch die Mini-Everglades ist trotzdem nett. Janet hat sich indessen abgesetzt, taucht aber glücklicherweise  wieder auf, ehe die Chinesen sie zur Fahndung ausschreiben. Wir steigen in den Bus und fahren nach Hause. Der Bus bringt uns aber nicht aufs Uni-Gelände, sondern hält vorm Ramada-Hotel, das ich gut kenne, denn hier ist sonntags der GoDi der internationalen Gemeinde. Janet ist empört: Mit ihrem vielen Gepäck kann sie doch jetzt nie im Leben zu Fuß nach Hause gehen. Sie drückt mir ihre graue Tasche in die Hand und setzt sich entnervt in ein Taxi. Ich gehe mit dem amerikanischen Mormonen-Ehepaar und Reiseleiterin May zurück und stelle die graue Tasche vor Janets Tür ab. Ich bin ja gewohnt, für Janet zu schleppen (sin-o-meter berichtete). Es ist so eine Art "running gag" - buchstäblich.

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Samstag, 21. April 2012

Der Mi-lu-Hirsch
Von didus, 23:59

Der Mi-Lu-Hirsch ist ein seltenes, aber auch stinkendes Exemplar. Davon können wir uns am zweiten Tag unserer V.I.P.-Reise überzeugen. Von unserem V.I.P.-Status überzeugt uns übrigens die Eskorte der Provinzregierung, die unseren beiden Bussen mit eingeschaltetem Warnblinklicht stets voranfährt. Die Jungs da drin sind wahrscheinlich schwer bewaffnet. Nicht auszudenken, wenn uigurische Separatisten zwei Busse mit Ausländern kapern würden: Der Ruf Chinas in der Welt wäre dahin, eigene Raumstation im All hin oder her! Wir werden nach dem Frühstück zunächst an die Küste des Ostchinesischen Meeres geworfen, an den äußersten Schiffsanleger von Dafeng, um genau zu sein: eine Mole im Nirgendwo, durch eine endlos lange Brücke mit dem Festland verbunden. Hier weht uns eine steife Brise um die Ohren. Triste Gewerbeanlagen und keine Menschenseele weit und breit machen den Ort fast schon wieder interessant. Das Motto ist dennoch allseits: schnell wieder rein in'n Bus! Auch´ich, der ich ja praktisch nur mit dem unterwegs bin, was ich Freitag am Leib hatte, fühle mich im Innern des Busses besser aufgehoben und zweifle nunmehr doch an der Suffizienz meines Reisegepäcks. Es geht vom Dafenger Museum für Ozeanografie und Technologie, wo wir durch einen gläsernen Tunnel geschleust werden, jenseits dessen Wänden Fische und Schildkröten sich tummeln, zur Dafenger Hafenplanungsausstellungshalle.
Alles erinnert immer ein bisschen an »Asterix und die Trabantenstadt«. An einer Ecke hat man Häuser im europäischen Stil des 17. oder 18. Jahrhunderts nachgebaut, ein merkwürdiger Stil-Eklektizismus. Soll das Frankreich, Deutschland, Italien sein? Keiner weiß es. Über einem Souvenirladen zeigt eine elektronische Anzeige in wandernden roten Buchstaben: WARMLY WELCOME FOREIGN EXPERTS IN NANJING TO DAFENG (»Willkommen in Nanjing nach Dafeng«- bisschen verwirrend!). Einige animiert das europäischen Eck gleich zum Einkauf im chinesischen Supermarkt. Dabei liegt das »Halbinsel-Hotel« mit unserem Vier-Sterne-Mittags-Buffet (mit europäischem Käsekuchen und Eis!) nur einen Steinwurf entfernt und wartet schon auf uns. Ich wandere ebenfalls etwas in den Kulissen herum. Ein Reiseführer sorgt sich schon, ich könne verlustig gehen. Der Nachmittag steht dann ganz im Zeichen des Hirsches. Die vorgeschaltete Filmvorführung erweist sich als Reinfall. Als der Hirsch-Film zum dritten Mal an derselben Stelle ausgeht, gehen wir raus. Daoches, kleine Elektroautos fahren uns nun mitten hinein in den Mi-lu-Hirsch-Naturpark. Die Viecher leben hier auf engstem Raum, ein bisschen mehr als im Wildpark Eekholt freilich, und knabbern alles an. Und überall riecht es streng nach Mi-lu-Exkrementen, die natürlich auch unter Naturschutz stehen. Beim Mi-lu-Hirsch handelt es sich um eine eigene Spezies, die im Jangtse-Delta heimisch war. Weltweit gibt es heute davon noch 3000 Exemplare, davon ein Drittel im Reservat hier in Dafeng. Ein englischer Herzog aus dem Haus Belfort, im Mi-lu-Bildband steht er als "Hoff Rand", hat das Überleben des Hirsches gesichert, weil er welche in englische Zoos entführte, während hungrige Chinesen dem Hirsch in seiner Heimat den Garaus machten. 1985 und 1987 die große Tat: 37 englische Mi-lu-Hirsche wurden wieder ausgewildert und der Engländer ist nun unter Mi-lu-Anhängern so etwas wie ein Nationalheiliger und hat hier nicht nur einen Stein im Brett, sondern auch eine Büste im Park. Ich muss den ganzen Tag an Struppi aus »Tim und Struppi« denken, weil der im Original »Milou« heißt. Zur Ablenkung spreche ich mit einem der jungen Amerikaner, der lange in Spanien studiert hat, ein bisschen Spanisch.

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Freitag, 20. April 2012

Nie war er so v.i.p. wie heute
Von didus, 23:59

Heute mache ich die Pause durch und beende den Unterricht fünfzehn Minuten früher, um pünktlich wieder auf dem Hauptcampus zu sein, wo ein Bus auf mich wartet, voll beladen  mit ausländischen Fachkräften, die auf Einladung der Provinzregierung zwei Tage lang durch den Nordosten der Provinz kutschiert werden, eine Art Butterfahrt ohne Kaufzwang, Essen in Fünf- und Übernachtung in Vier-Sterne-Hotels inklusive. Wir bekommen schon im Bus kleine grüne Hefte, in denen neben einem Reiseplan auch alle unsere Namen mit der Raumnummer im Hotel stehen. Ansonsten mutet man uns nach der langen Fahrt heute nicht mehr viel zu. Höhepunkt, der zugleich repräsentativ ist für das, was uns die nächsten zwei Tage erwartet und daher hier auch repräsentativ erwähnt wird, ist der Besuch des Yanchenger Stadtplanungsausstellungszentrums. Ein – so heißt das im Marketing-Jargon – Image-Film mit 3-D-Effekt (aber ohne Brille, wir wollen ja nicht übertreiben!), ein furioses Spektakel mit illuminiertem Stadtplanungsmodell (ca. 2 x 8 Meter groß) unterhalb der Leinwand macht klar: Warum kleckern, wenn man auch klotzen kann? (Kann auch sein, dass das mit dem Modell woanders war, jedenfalls beeindruckend dieser unerschütterliche Glaube an die eigenen Gestaltungsfähigkeiten.) Die Botschaft dieser Reise soll also sein: In China beginnt die glorreiche Zukunft genau jetzt. Wir beschließen den Abend auf Einladung der Stadtverwaltung von Yancheng mit einem Festbankett in unserem Vier-Sterne-Hotel, dessen Gänge Raumschiff-Dimensionen haben. Aber zum Glück watscheln überall schicke Chinesinnen in roter Tracht herum, die einem helfen, ans Ziel zu kommen.

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Dienstag, 10. April 2012

Schwere Wahl
Von didus, 23:59

Um den gelangweilten Studenten des Abschlussjahrgangs etwas Abwechslung zu bieten, habe ich mit Danxia eine Studentin eingeladen, die von ihren Erfahrungen eines Übersetzungs- und Dolmetschstudiums in Germersheim erzählt. Gemeinsam mit ihrer ehemaligen Kommilitonin Siqiao, Magisterstudentin in Nanjing, lade ich dann zum Essen. Daraus ergibt sich die Idee zu einem Übersetzungsprojekt: Ich mache ein bisschen Geld locker und Danxia übersetzt "Shui an" von Dramakönigin Danyu ins Deutsche. Und ich bringe das Buch dann in Deutschland auf den Markt. Als Titel im Gespräch: A. "Was das Meer verschlang", B. "Seele ruhe schweige Meer" und C. "Dunkle Geburt aus unendlichem Meer". Wer unter den geneigten sin-o-meter-Lesern einen Favoriten hat, möge doch einen Kommentar mit dem entsprechenden Buchstaben hinterlassen!

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Sonntag, 08. April 2012

Ostern
Von didus, 23:59

Heute gleich zwei Gottesdienste – schließlich ist Ostern. Am Nachmittag kann ich Jiakun überreden, sich in der Nähe der ihr bekannten katholischen Kirche auf ein Kaltgetränk zu treffen und dann mit in den Gottesdienst in der Mochou-Kirche zu kommen, in dessen Chor auch die ihr bekannten Michael und Linda singen. Dafür entfällt mein Sprachlernanteil heute. Nach dem Gottesdienst nimmt mich Michael zur Seite und erklärt: Die von ihm bei Gericht hinterlegten 8000 Yuan (aha!) seien von der Taxi-Tussi nicht angerührt worden. Das sei ihr zu wenig. Ich bin äußerst erleichtert über die Nachricht, denn die Taxi-Tussi verdient kein Geld, sondern höchstens eine weitere Tracht Prügel. Nun hoffe ich auf eine Rückerstattung aller bisher widerrechtlich in diesem Fall gezahlten Gelder und zusätzlichen Schadenersatz wegen besonderer Blödheit der beschuldigenden Partei.

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Nanjinger Passionsspiele
Von didus, 23:59

Ein wahres Passionsspiel liefert zum heutigen Karfreitag die internationale Gemeinde. Ein Jesus mit Striemen und ein Pappkreuz, dazu eine Geschichte von Menschen, die glauben, sie kämen auch so irgendwie in den Himmel, ein eingespieltes teuflisches Lachen, düstere Gestalten mit Monster-Maske, die die Dahinscheidenden auf handgreifliche Weise vom Gegenteil überzeugen, und die Hand des Erlösers hinterm Vorhang, die auf Wink des von Nora überzeugend verkörperten Engels zu denjenigen sich ausstreckt, die die Eintrittskarte ins Himmelreich beizeiten gelöst haben. "Fast zu echt", meint neben mir der Nigerianer Vitus sichtlich ergriffen.

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Dienstag, 03. April 2012

Vor dem Flug
Von didus, 23:59

Morgen muss Juli wieder nach Chengdu. Heute lassen wir's etwas ruhiger angehen. Er muss ja auch immer noch seine Erkältung auskurieren und der feucht-fröhliche Ausflug zu den bunten Lichtern von Fuzimiao gestern Abend war diesbezüglich ja nicht sonderlich therapietauglich. Morgen, am chinesischen Allerheiligentag, essen wir zum Abschluss noch mal zu Mittag in der Mensa, wo Zhengang zu uns stoßen wird, der sich immer freut, originale Deutsche kennen zu lernen. Heute schicke ich Juli noch mal allein auf Erkundungstour. Ich selbst gehe mit Schiller in den Park, wo ich Jiaojun mit den nächsten Fragen zur Französisch-Prüfung erwarte. Sie trifft allerdings später ein als Juli, der Cui Zhou, die hinterste und ruhigste der vier Inseln im Xuanwu-See, auf dem gestrigen Ausflug auch noch gar nicht näher kennen gelernt hat. In einem Thai-Restaurant in der Fußgängerzone von Hunan Lu lassen wir den Abend ausklingen. Ich schreibe mir ein paar der besonders kniffligen Prüfungsfragen auf, damit ich sie später meinem französischen Kollegen Alain vorlegen kann.

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Montag, 02. April 2012

Die olle graue Jacke
Von didus, 23:59

Für den heutigen sommerlich warmen Tag, den ich nach einer Partie Tennis (nix getroffen) mit der Korrektur von Hausaufgaben verbringe, habe ich Juli vier Studenten des Jahrgangs 10 organisiert, allen voran die entzückende Hochbegabte Xiaoxiao, die sich umringt von vier männlichen Studenten absolut nicht als Mauerblümchen fühlen muss und auch die SMS-Kommunikation mit ihrer Lehrkraft übernommen hat. Brav haben sie ein Besuchsprogramm zusammengestellt, über das ein paar Schnappschüsse von Juli Aufschluss geben. Jedenfalls kommt die bestens gelaunte Horde eine Stunde zu spät zum von mir im Nanfangyuan vor meiner Haustür reservierten Essen, was mich zwischenzeitlich zu der Kurznachricht: "Von der Mauer gefallen?" veranlasst hat.
Um halb sieben treffen sie dann aber doch noch ein und ich löse mich aus dem Gespräch mit meinen US-Kollegen, die mal wieder mit nix zu tun vor dem Lehrerwohnkomplex herumlungern. Während wir auf das Essen warten, verteile ich ein paar rasch ausgedruckte Liedzettel, um die Gunst der Stunde zu nutzen ein gesungenes Dankgebet einzuüben. Die Studenten, die mich auf der Weihnachtsfeier in Aktion gesehen haben, sind sichtlich darauf vorbereitet. Mit Julis Mitwirkung klingt alles auch nur halb so schräg.
Doch dann folgt die Strafe für die Verspätung: Ein Wolkenbruch überfällt die Stadt, noch bevor alle Reisschalen leer sind. Doch von dem Vorhaben Fuzimiao bei Nacht lassen sich die wackeren Gesellen gleichwohl nicht abbringen. Vor allem Luo Hang ist jedoch viel zu sommerlich gewandet. Ich erbarme mich und er bekommt die olle graue Trainingsjacke, die Mama schon entsorgen wollte, weil sie sie so hässlich findet. Da sieht man mal, wie kurz so was gedacht ist. Luo Hang ist jedenfalls erleichtert, dass er sich das "olle Ding" über die Schultern werfen kann. Der schmächtige Junge sieht darin so attraktiv aus, dass ihn Xiaoxiao hernach während des Spaziergangs im Regen gar nicht mehr loslässt und sich an den grauen Ärmel heftet wie die Erlösungsbedürtige aus der Bibel an den Rocksaum Jesu. Zuvor sind allerdings bange Minuten an der Bushaltestelle zu überstehen, in denen manche Bö uns arg anfährt. Ich sehne den Bus besonders herbei, denn ich habe dafür plädiert, mit dem Bus statt mit der U-Bahn zu fahren, weil wir so weniger durch den Regen spazieren müssten. Und tatsächlich sind es von der Endstation von Bus Nr. 1 nur noch wenige Schritte zu der nächtlich bunt erleuchteten Sehenswürdigkeit. Wir machen also die obligatorischen Schnappschüsse, finden noch einen optisch interessanten Weg zurück und werden schließlich in der U-Bahnstation Opfer des touristischen Ansturms. Darum müssen wir eine halbe Stunde am Fahrkartenautomaten ausharren, etwa so lange, wie vorher die Erkundung von Fuzimiao dauerte. Luo Hang behält die olle graue Jacke an, obwohl es hier unten ziemlich warm ist und wird sie mir erst am Freitag im nächsten Unterricht zurückgeben. Kaum auszudenken, wie dieser Tag verlaufen wäre, hätte ich es nicht durch heldenhaften Einsatz vollbracht, sie dem Verhängnis im Altkleidersack zu entreißen.

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Sonntag, 01. April 2012

Die ganze Stadt
Von didus, 23:59

Im Gottesdienst der internationalen Gemeinde stellt sich Juli artig vor und bekommt später beim Hinausgehen auch gleich ein paar Rückmeldungen. Für die Familie von Ben ist er ja schon fast ein alter Bekannter. Danach mache ich mein Versprechen wahr und erweise mich als unschlagbarer Reiseführer, indem ich dem von weither gekommenen Gast die ganze Stadt zeige - vom Gipfel des Zijin-Bergs aus. Auf einen Schlag! Wir haben prima Sicht bis zum Jangtse. Mehr kann man wirklich nicht verlangen. Der Abstieg ist etwas holprig, was jedoch prompt kompensiert wird durch den malerischen Zixia-See und die rosa Pflaumenblüten im Ming-Gräber-Park, durch den der Rückweg führt.
Einigermaßen erstaunt sind wir am Abend über die Meldung von Tagesschau.de, dass die ARD am 6. Dezember eine Spendengala zur Rettung der FDP ausstrahlen wird. Wir hätten das eher RTL zugetraut. Schön ist aber natürlich, dass Thomas Gottschalk nun eine Sendung moderieren wird, bei der nicht zuerst auf die Quote, sondern nur auf die 5-Prozent-Klausel gestarrt wird.

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