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Samstag, 24. November 2012

Ente
Von didus, 23:59

Die Abreise beginnt kurios: Ein schriller Paradiesvogel, eine nicht mehr ganz junge, etwas füllige Dame, offenbar eine Ausländerin (jedenfalls ist sie in ihrer Aufmachung nicht mehr als Chinesin zu erkennen), steigt in den Bus, in dem ich auf dem Weg zum Bahnhof bin. Sie trägt ein grünes Folklore-Kleid, aber welche Folklore das sein soll, erschließt sich mir nicht, ist stark geschminkt und - singt! Singt da im Bus vor sich hin, scheint für eine Arie zu proben. Und - das ist eben China - verstörte Blicke erntet sie so gut wie keine.
Ich bin auf dem Weg nach Peking. Das ist mit dem Schnellzug nur eine halbe Stunde von Tianjin entfernt. Dort lotst mich Ex-YUST-Studentin Liu Chao aus der U-Bahnstation, indem sie sagt: "Immer geradeaus!" Also gehe ich immer geradeaus. Aber nach fünfzehn Minuten ist da immer noch keine Liu Chao aufgetaucht und was ich ihr per Mobilfunk beschreibe, weist mit dem, was ich sehen müsste, wenig bis gar keine Ähnlichkeit auf. Also zurück auf Los, ziehe keine 4000 Mark ein und versuche zu ergründen, wie das weibliche Gehirn funktioniert. Schließlich, am Rande von Marktbuden, Menschenauflauf und einer roten Reklamebühne, finde ich sie. "Ja, mein Fehler", räumt sie ein. Ich hätte an der U-Bahnstation einen Rechtsschwenk marsch! vollziehen und DANN geradeaus weitermarschieren müssen. Ziel der ganzen Gefechtsübung ist ein Pekingenten-Restaurant. "Papa hat gesagt, wenn dein Lehrer diesmal dich besuchen kommt, MUSST du ihn zu Pekingente einladen." Tja, dieser Logik kann auch ich mich nicht entziehen. Als Gastgeschenk überreiche ich Spezialitäten aus Tianjin, die Studentin Cai besorgt hat, und ich reise ja eigentlich gern mit wenig Gepäck bzw. Gebäck. Doch ich habe mich verkalkuliert: Liu Chao revanchiert sich prompt mit kiloweise Tüten mit Keksen und Kuchen. Etwa drei Stunden lang vertilgen wir Pekingente und Beilagen und auch ein bisschen "Schmadderkuchen" (eine intern-familiäre Bezeichnung für diese Art von Konditorware). Liu Chao ist nämlich neugieriger als ich, wie denn das von ihr erworbene Produkt auf den menschlichen Gaumen wirkt. Und ich muss sagen: Die Ente rangiert deutlich vor dem Kuchen, denn die ist wirklich köstlich. Fazit: selten so lecker gespeist.
Morgen brauche ich den ganzen Tag nichts mehr zu essen, kündige ich zum Abschied an - am U-Bahngleis trennen sich unsere Wege, wer weiß, für wie lange - und wer mich kennt, weiß, dass das nicht nur so eine Redensart ist.

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Freitag, 23. November 2012

Concordia
Von didus, 23:59

Nachdem ich die Konferenz bis zur heutigen Mittagspause fast um den Verstand gehustet und bereits Hustenpastillen und Menthol-Bonbons im Umfang halber Packungen aufgenötigt bekommen habe, komme ich heute zurück auf den Vorschlag von Studentin Cai, der ich inzwischen ihren Umschlag ausgehändigt habe, mir ein paar Sehenswürdigkeiten zu zeigen. Wir wandern zwei Stunden Richtung Fluss und sehen uns den vornehmen einstigen deutschen Club "Concordia" an, der sich heute nicht minder vornehm präsentiert. Statt deutscher Geschäftsleute, die es sich hier vor hundert Jahren gut gehen ließen, sind es heute neureiche Chinesen, die sich in stilvollem Ambiente mit antiken Schätzen und historischen Fotos in den Vitrinen bedienen lassen. Gemütlichkeit - die können die Chinesen in der Tat von den Deutschen lernen, hier in den gediegenen Räumen sieht man es.

Wir überqueren den Fluss und lassen uns auf dem Rückweg auf der Brücke von einer Passantin ablichten. Dass ich danach gar nichts zu mir nehmen will, kann Cai nicht fassen. Aber nach einem so üppigen Hotel-Frühstück, das sogar Wurst und Pommes frites umfasste, kann ich natürlich mittags nicht schon wieder Hunger haben! Lieber lasse ich mir noch schnell zeigen, wie ich morgen mit dem Bus von der Uni zum Bahnhof komme.

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Mittwoch, 21. November 2012

Lang lebe Liang Qichao!
Von didus, 23:59

Als ich fünf Minuten vor Abfahrt des Zuges immer noch in der U-Bahn stehe, werde ich dann doch langsam nervös, um nicht zu sagen: hektisch. In Deutschland mag so was reichen, um den Zug noch zu erreichen, aber in China,wo man über endlose Gänge, Rolltreppen, eine Gepäckkontrolle, einen riesigen Wartesaal, nochmalige Kontrolle und noch eine Rolltreppe zu den Bahnsteigen gelangt, ist das knapp, zumal ich den Nanjinger Südbahnhof, der in seiner Weitläufigkeit mehr einem Flughafen ähnelt, noch gar nicht so gut kenne. Ich habe bereits innerlich mit der Deutschlehrer-Konferenz in Tianjin im Norden Chinas abgeschlossen, hätte mit meinem kruden Keuchhusten ja auch eine gute Entschuldigung parat, da stehe ich nach einem irren Sprint ("Du schaffst es!") doch noch rechtzeitig auf dem Bahnsteig. Der Zug rollt mit einer Minute Verspätung ein. Ich bin völlig durchgeschwitzt.
Da ich nicht ganz Herr meiner Sinne bin, vertue ich mich hinsichtlich der Ankunft des Zuges um eine Stunde und bin völlig platt, als ich um zwei schon in Tianjin bin. Ich verzichte auf die Hilfe der ehemaligen Nanjinger Studentin Cai, die sich per SMS angeboten hat, mich abzuholen (ich bringe ihr einen Umschlag mit wichtigen Unterlagen mit), finde gleichwohl gar schnell die U-Bahn-Linie, aber leider ist die eine Station vor dem Hauptbahnhof, wo ich aussteigen will, unterbrochen: letzter Bauabschnitt noch nicht fertiggestellt, bitte alle aussteigen! Nach einem halbstündigen Umweg habe ich es dann doch geschafft. Vom Bahnhof melde ich mich per Telefon bei der Konferenzleitung, aber da es so laut ist, verstehe ich nichts und mich auch niemand am anderen Ende der Leitung. Ich werde weitergereicht von Pontius zu Pilauts und meine kategorische und reichlich undiplomatisch vorgetragene Weigerung, ein Taxi zu nehmen, sorgt für zusätzliche Irritationen. Zwei chinesische Studenten scheitern an mir. Schließlich lotst mich Frank, ein deutscher Kollege, Richtung Fluss, er nennt mir den Namen des berühmten Liang Qichao, für den in Tianjin ein Museum errichtet wurde; den solle ich mir merken, dort seien alle gerade. Ich folge also auf dessen Uferpromenade dem Fluss. Unterhalb einer Brücke treffe ich auf eine Gruppe älterer Herren, von denen einige in Badehose, andere nur leicht bekleidet sind und einer ist sogar im Wasser. Von der Treppe aus schaue ich zwar nicht ungläubig (ältere Herren, die bei fünf bis zehn Grad schwimmen gehen, gibt es in China öfter), aber doch neugierig zu und rufe anerkennend: "Lihai!" ("Stark!") Schließlich erblicke ich linker Hand ein nachgebautes Türmchen, das entfernt an Venedig erinnert. Entstellt wie nach einer Runde "Stille Post" werden die Worte "Liang Qichao" so vielen Wachbeamten am Rande des historischen, früheren italienischen Konzessionsgebiets an den Kopf geworfen (den kennt hier wirklich jeder!), bis ich tatsächlich endlich schwer atmend und hustend zu der Besuchergruppe im Museum stoße, am Eingang bereits von zwei Kollegen, denen langweilig war, auf den Eingang verwiesen.
Nach der Führung durch das bewegte Leben des Liang Qichao, einer Galionsfigur der Republikgründung Anfang des Jahrhunderts, bei der ich vor allem durch heftige Hustenanfälle aufgefallen bin (bei der Führung, nicht bei der Republikgründung), ist noch Zeit für die Besichtigung des Viertels in eigener Regie; dabei treffe ich die we(e)rt(h)e YUST-Kollegin Elisabeth und helfe einer weißhaarigen Kollegin, die nächste Pizzeria zu finden. Nach meiner Anreise per pedes kenne ich mich in der früheren italienischen Konzession, die heute so eine Art Freilichtmuseum mit zeitgenössischen gastronomischen Einrichtungen ist, doch um einiges besser aus als der Rest der Truppe. Wenig später sehe ich die Weißhaarige aber wieder allein zwischen den Kolonialstilbauten umherwandern. Nee, sie sei da ganz alleine gewesen, das sei ihr komisch vorgekommen. Kurz bevor der Bus uns um 18 Uhr alle abholt und ins Konferenzzentrum, die Fremdsprachenuniversität Tianjin, bringt, treffe ich im angenehm beheizten Café, das viele Kollegen anzuziehen verstand, auch endlich Frank, der so freundlich war, mich ans Ziel zu lotsen. "Ach, du warst das, aber du bist doch gar kein Ortskundiger hier." - "Nee", räumt er ein, "die Studenten haben das Telefon einfach irgendeinem in die Hand gedrückt, der Deutsch konnte und in der Nähe war, weil sie mit dir nicht zurechtkamen."

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Donnerstag, 08. November 2012

Steht auf, wenn ihr...
Von didus, 23:59

Nachdem ich gerade im Kino "Die totale Erinnerung" gesehen habe, bin ich wider Erwarten noch unternehmungslustig genug, um doch noch der Einladung des  Dichters Huang Fan zu folgen, der sich heute im "Sculpting on Time" (früher einen Steinwurf von meinem Domizil entfernt, inzwischen vierzig Minuten U-Bahn-Fahrt) mit einigen Leuten vom  Goethe-Institut trifft und mich dazugebeten hat. Ich kündige mich per Kurznachricht rasch als Gast mit einstündiger Verspätung an.
Neben der Co-Organisatorin der Lesung mit Huang Fan und Stephan Thome (sin-o-meter berichtete) und ihrem aktuellen Gast im Rahmen des Austauschprogramms "Künstler in Residenz", dem Theaterautor Menke-Peitzmeyer ("Steht auf, wenn ihr Schalker seid!"), sind zwei deutsche Damen mittleren Alters zugegen, von denen eine, die eigentlich in Südkorea eingesetzt ist, etwas verschroben wirkt. Gemeinsam versuchen die beiden Damen in diesen Tagen deutsche Bücher in der Nanjinger Stadtbibliothek der Allgemeinheit zugänglich zu machen. Ich selbst komme nur am Rande auf ein Übersetzungsprojekt zu sprechen, das gerade angelaufen ist und Texte von Huang Fan gemeinsam mit Erzählungen seiner Kolleginnen Dan Yu und Lu Min in einem Band vereinen soll. Als Huang Fan die Rechnung übernimmt, ist das den verschrobenen Damen gar nicht recht. Sie können aber nicht viel dagegen unternehmen.

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Samstag, 03. November 2012

Peking Land unter
Von didus, 23:59

Tja, für uns gibt es leider keinen Bus! Nur Patrizier, die Herren und Damen Professoren und sonstige wichtige Leute, die der konfuzianischen Hierarchie-Lehre gemäß auch in einem besseren Hotel untergebracht sein sollen, wie von einigen Unzufriedenen gemunkelt wird, werden, obwohl dieses Hotel näher liegt, im Anschluss an die "Nacht des Beijing Forums", eine farbenprächtige Bühnenshow mit ansprechend choreografierten Tänzen und Musik, an der großen Halle der Uni abgeholt und dürfen trockenen Fußes nach Hause eilen. Wir Plebejer bekommen eine müllsackähnliche Einwegjacke ausgehändigt (immerhin!) und dürfen zu Fuß nach Hause und das heißt: durch knöchelhohe Seen. Denn Peking besitzt im Gegensatz zu Qingdao, wo die Deutschen sich um die Infrastruktur verdient machten, keine Kanalisation, die verhindern würde, dass alle Straßen nach einem Tag Regen komplett unter Wasser stehen. (Das mit der Qingdaoer Kanalisation sagen übrigens die Chinesen selbst.) Außerdem ist die Temperatur abgestürzt. Viele meiner Kollegen, die unter Führung der deutschen Organisatorin auf dem Weg ins Hotel sind, klagen nicht nur über nasse Füße, sondern auch über Hände, die sich anfühlen wie erfroren. Ich habe mich lange schadlos gehalten, gehe auf Bordsteinkanten und springe über die kleineren Wasserlachen auf den Straßen. Doch dann, vor einem Portal, das wir passieren müssen, erwischt es auch mich: An diesem Engpass ist einfach kein Inselchen auszumachen, zu dem man springen könnte. Das Wasser steht in einer Senke. "Oh nein!", stöhnen bereits einige Kollegen. "Naja, nasser als nass geht ja sowieso nicht."
Schon der Weg zum Festakt glich einer Tour-de-force. Wenn nachts nicht nur alle Gebäude und Straßen grau sind, sondern auch noch nass - wie will man da ans Ziel finden?

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Freitag, 02. November 2012

Didus rennt
Von didus, 23:59

Am Abend soll ein gemütliches Essen mit meiner ehemaligen Schanghaier Kollegin Sabine, meiner aktuellen Kollegin Heidrun sowie dem Vizepräsidenten des Akademischen Austauschdienstes erfolgen, aber kaum sitzen wir alle, wird mir klar, dass ich meine Reisekosten-Abrechnungsbelege von der Dienstreise nach Changchun, die ich dem Botschaftskurier mitgebeben wollte (sicherer Postversand), einfach im Tagungsraum liegen gelassen habe. Wenn die nun weg sind. Mit Schrecken sehe ich vor mir, wie die Reinigungskräfte bei der Tagung in Nanjing anno 2012 Tabula rasa gemacht haben, und pese zurück, um zu retten, was noch zu retten ist. Nachdem ich den Tagungsraum eine Stunde lang vergeblich gesucht, dabei den gesamten Campus der Uni Peking kennen gelernt und, erhitzt trotz Kälte, meine beiden Jacken spazieren getragen habe, stehe ich schließlich, mit Hilfe von Studenten doch noch ans Ziel gelangt, vor verschlossenen Türen. Es werde aber nichts weggeworfen, alles sei sicher, versichert mir ein Pförtner. Am nächsten Morgen werde ich dennoch nur einen leeren Tisch vorfinden. Und dann den Pförtner doch Recht behalten sehen: In einem Nebenraum ist der wichtige Umschlag in Sicherheit gebracht worden.
Zurück zum Abendessen. In dem Restaurant für scharfe Gerichte sind, nachdem ich über zwei Stunden nach meinem abrupten Aufbruch wieder dort eintreffe, schon die Lichter ausgegangen, aber die Deutschen haben wacker durchgehalten, sind mal wieder die letzten Gäste. Ich darf die kalten Reste aufessen und bin halb satt, als wir schließlich, nachdem ich noch ein paar Anekdoten zum Besten gegeben habe, gehen. Entnervt von der Rennerei fahre ich mit der U-Bahn zurück, obwohl es von der Uni bis ins Hotel nur 500 Meter Luftlinie sind.

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Beijing Forum
Von didus, 13:45

Da wir mit unserer Tagung Teil des internationalen geisteswissenschaftlichen Symposions "Beijing Forum - The Harmony of Civilisations and Prosperity for All" sind, verbringen wir den Vomittag in großen Ballsaal eines Fünf-Sterne-Hotels, der nahezu die Dimensionen eines Fußballfeldes hat. Ban Ki-moon ist leider nicht persönlich erschienen, als UNO-Generalsekretär hat man ja ab und zu auch noch andere Dinge zu erledigen; sein Grußwort flimmert als Video-Botschaft über die Leinwand. Dafür sprechen Gelehrte aus Oxford und von der Columbia-Universität. Und Abdul Kalam, bis 2007 Präsident von Indien (wie bei uns ist der Präsident nicht der politische Entscheidungsträger), stellt in seinem Vortrag "Livable Planet Earth" innerhalb von dreißig Minuten vor, wie man sämtliche Probleme der Welt lösen kann: Bevölkerungswachstum, Wasser- und Energiemangel, Analphabetismus. Leider sitze ich so weit hinten, dass ich seine bunten Schaubilder kaum entziffern kann, und sein schwerzüngiges Indo-Englisch verstehe ich sowieso nicht. Egal - irgendwie wird er die Welt schon retten. Auch der bei der Kurie in Ungnade gefallene Theologie-Professor Hans Küng spricht kein lupenreines Englisch. Man hört den Schweizer Akzent deutlich heraus, aber ich verstehe ihn, also seine Worte, mühelos. Allerdings sitze ich seit der Pause auch etwas weiter vorne. Auch Küng, Leser seiner populärwissenschaftlichen Theologie-Bücher wissen das längst, hat eine Art Weltformel parat, die das sin-o-meter jetzt exklusiv für seine Leser zusammenfasst: Es gibt eine globale Ethik. Diese sagt ja zur Pluralität unterschiedlicher Kulturen mit unterschiedlichen Wurzeln (wie z.B. der alten konfuzianischen Ethik, die im modernen China wieder wichtiger wird). Küng hofft, dass eine globale Ethik dazu beitragen kann, dass es Fortschritte im Austausch zwischen unterschiedlichen Kulturen und gesellschaftlichen Konzepten gibt. Dies ist eine Basis für die Entwicklung moderner Zivilisationen sowie eine Basis für wachsendes Vertrauen. "Only on this ethical basis harmony and prosperity for all in this world can be pursued!", schließt Küng seinen Vortrag. Der katholische Theologie-Professor bringt das Kunststück fertig, während seiner gesamten Redezeit Gott und Jesus nicht ein einziges Mal vorkommen zu lassen, denn zu seinem Konzept einer Universal-Ethik passt das Bekenntnis zum Christentum eigentlich gar nicht.
Am Nachmittag werden wir dann zurückkutschiert zum Tagungszentrum an der Universität Peking. 

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Donnerstag, 01. November 2012

Im Auge des Betrachters
Von didus, 23:59

Soeben bin ich mit dem Schnellzug in Peking eingetroffen (vier Stunden). Seit eineinhalb Stunden irre ich in der Gegend herum, weil ich lediglich eine stark schematisierte Anreiseskizze (die inzwischen nur noch ein Fetzen zerfleddertes Papier ist) und keinen echten Stadtplan in der Hand halte. Nachdem ich schließlich zur U-Bahnstation zurückgekehrt bin, wo ich in einen der empfohlenen Busse einsteige, nachdem mir zwei vor der Nase weggefahren sind, weil ich falsch stand oder unfaufmerksam war, gelange ich schließlich mit Hilfe eines Fingerzeigs des Busfahrers doch noch zum Post- und Kommunikationshotel, wo laut mir zugesandtem Plan die Eröffnungsveranstaltung der internationalen Fachtagung des Zentrums für Deutschlandstudien "Im Auge des Betrachters" stattfinden soll; doch der Plan wurde (typisch China) mal wieder kurzfristig geändert. Ein Student holt mich in der Lobby ab und geleitet mich ans Ziel. Im Anschluss an die Eröffnungszeremonie in der Hong-Ya-Halle der Universität Peking (Beida) war ein Podiumsgespräch zwischen dem Schriftsteller Mo Yan und einem Journalisten der ZEIT geplant. Natürlich erging die Einladung an Mo Yan, bevor er vor ein paar Wochen den Nobelpreis für Literatur zuerkannt bekam. Und man konnte ahnen, dass der Literat nun Besseres zu tun hat: Er steht in seiner Heimat Shandong vor der Kamera für ein Porträt, das dann anlässlich der Preisverleihung in Stockholm gezeigt werden soll. Vertreten wird er von Yu Hua (Brüder), der auch ein Großer der zeitgenössischen chinesischen Literatur ist und übrigens im Gespräch mit dem unverblümt fragenden Journalisten Georg Blume die chinesische Regierung mehrfach kritisiert und sich vor allem über die Zensurbehörde und die Japan-Politik ärgert.

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